Internet für Existenzgründer

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Ralf Hansen, Rechtsanwalt 

Internet für anwaltliche Existenzgründer

Der folgende Beitrag versteht sich als Ergänzung zu „Business-Plan und Kanzleigründung“ . Er versucht eine gewisse Hilfestellung für die Informationsphase des Gründungszeitraums zu geben, die der Erstellung eines Business-Plans vorausgeht oder diese begleitet. Selbstredend kann nur eine gewisse Auswahl aus dem vielfältigen Informationsangebot des WWW geboten werden. Neben Kursbelegungen und der Lektüre von Literaturquellen (eine kleine Auswahl findet sich in dem in Bezug genommenen Beitrag) kommt heute insbesondere das Internet und hier insbesondere das www als hervorragende Informationsquelle für anwaltliche Existenzgründer in Betracht. Die Angebote lassen sich hier nur kurz beschreiben und wesentlicher besser im Netz selbst ansehen. Der Beitrag beruht auf einer Veröffentlichung in RechtsreferendarInfo 1/2003. Der Beitrag beruht auf einer Veröffentlichung in RechtsreferendarInfo 1/2003.

 I. Allgemeine Informationen für Existenzgründer

 Bestimmte Informationen sind für alle Existenzgründer jeder Branche interessant. Dies betrifft insbesondere Informationen über betriebswirtschaftliche Fragen, ungeachtet branchenspezifischer Besonderheiten. Der Zugang zu diesen Informationen erschließt sich zunächst einmal über die gezielte Stichwortsuche in einschlägigen Suchmaschinen wie www.google.de, www.fireball.de, www.lycos.de oder Linklisten wie www.yahoo.de, um nur einige zu nennen.  

www.crlc.org

Studenten haben in der gegenwärtigen Situation oftmals keine andere Wahl als den Weg in die Selbständigkeit zu beschreiten. Die dazu nötigen Informationen werden im Studium kaum bis wenig vermittelt. Ein neues Existenzgründerportal für Studenten (mit Diskussionsforum) versucht dem abzuhelfen und bietet vielfältige Informationen rund um die Existenzgründung insbesondere für Studenten. Viele Informationen sind aber aber auch für Existenzgründer interessant, die nicht aus dem universitären Bereich kommen.

Eine interessante Möglichkeit gebündelt zu benötigten Informationen zu gelangen, bieten thematisch geordnete Linklisten. So bietet etwa der Linkportal von

 www.jurawelt.com/Links/existenz,

einen ersten Einstieg zu Hyperlinks zur Existenzgründung. Vollständigkeit wird dabei selbstredend nicht angestrebt. Dort finden sich zahlreiche Hyperlinks zu diversen Bereichen der Existenzgründung.

Ein interessantes Angebot für alle Existenzgründerinnen und - Gründer bietet: 

www.akademie.de/business/links.

Das interessante Informationsangebot fügt sich in das Angebot von www.akademie.de oder www.online-recht.de ein. Dieses Angebot umfasst zunächst einmal Kurse und Workshops zum Thema Existenzgründung. Dieser Bereich ist indessen nur für Mitglieder zugänglich. Interessant sind aber die zahlreichen Rubriken. Insbesondere die Rubrik „Tipps- und Tricks“, die zu allen Aspekten hilfreiche Artikel bereit hält, auch zu rechtlichen Aspekten. Zum Informationsaustausch steht ein Forum zur Verfügung, zu dem aber eine Anmeldung erforderlich ist. Hinzuweisen ist auf das interessante Angebot zum Bezug von drei Newslettern, die 14-tägig erscheinen und aktuelle News und Hinweise für Existenzgründer in den Bereichen „Tipps und Tricks“, „Gründerlinx“ und „Workshop-Infos“ bieten.

Ein umfassendes Informationsportal für Gründer bietet:

 www.gruenderstadt.de.

 Dieses Portal bietet über aktuelle News, einer Konzeptions- und Ideenwerkstatt und weiteren Informationsangeboten umfassende Informationen zur Existenzgründung. Unter:

 www.gruenderstadt.de/Galerie/Recht_und_Gesetz

 bietet sich die Möglichkeit Kanzleigründungen vorzustellen.

 Ein weiteres Portal mit umfassenden Informationsanspruch findet sich unter:

 www.existenzgruender-netzwerk.de.

 Eine zentrales Informationsportal stellt das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft bereit:

 www.bmwi.de/Homepage/Existenzgr%fcnder/existenzgruendung.jsp.

 Dieses Portal bietet zahlreiche Eignungstests für Gründerinnen und Gründer nebst Downloads und Einstiegsinformationen, nicht zuletzt zu Förderprogrammen.

 Nicht zu vernachlässigen sind regionale Gründernetzwerke, aus denen nur wenige herausgegriffen werden können, so etwa die regionalen und lokalen Informationsangebote von:

 www.newcome.de (Gründernetzwerk BW),

www.go-online.nrw.de (NRW)

www.go-dus.de/index.html (Gründernetzwerk Düsseldorf)

Derartige Informationsangebote finden sich letztlich in allen Bundesländern. Sie sind etwa über www.gruenderstadt.de zugänglich. Zu erwähnen sind auch die zahlreichen kommunalen Angebote. Dazu zählen auch Beratungsangebote hinsichtlich von Förderungsmöglichkeiten oder hinsichtlich der Standortwahl. Ein Beispiel bietet:

www.duesseldorf.de/wirtschaftsfoerderung/index.shtml.  

 II. Kursangebote zur Anwaltstätigkeit

 Die Anwaltsstation bereitet auf die anwaltliche Berufspraxis im Regelfall eher unzureichend vor. Nur in wenigen Bundesländern werden Anwaltskurse für Referendare im Rahmen der staatlichen Ausbildung angeboten, so etwa seit längerer Zeit in Bayern:

 http://www.bfvj.de/BayJuMin.htm

Das Kursangebot ist vielfältig. Zu erwähnen ist zunächst der interessante Fernkurs „Einführung in den Anwaltsberuf“, der von der juristischen Fakultät der Fernuniversität Hagen unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Vornbaum mit Unterstützung versierter anwaltlicher Praktiker ausgerichtet wird:

www.fernuni-hagen.de/REWI/Studium.

Die FernUniversität bietet diesen Kurs inzwischen seit 10 Jahren in Kooperation mit der Deutschen AnwaltAkademie an. Das Angebot wendet sich an Referendarinnen und Referendare, Assessorinnen und Assessoren und Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Der Kurs dauert 4- 12 Monate (je nach belegten Modulen) und wird fortlaufend angeboten. Er setzt sich aus drei Pflichtthemenbereichen und elf Wahlthemenbereichen zusammen. Es werden drei Klausuren geschrieben, unabhängig von den Einsendeaufgaben. Die Präsenzveranstaltungen werden von der Deutschen AnwaltAkademie ausgerichtet. Die erfolgreiche Teilnahme am Gesamtprogramm wird von der FernUniversität mit einem Zeugnis bestätigt. Über die erfolgreiche Teilnahme an einzelnen Themenbereichen erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Die Gebühren betragen zwischen 51,10,- Euro bis 408,80,- Euro pro Themenbereich. Referendare erhalten eine Ermäßigung von ca. 10 % pro belegtem Themenbereich.

Ein vergleichbares Angebot bietet der „Bielefelder Kompaktkurs“:

www.kompaktkurs.de/index.html.

Dieser viermonatige Kurs umfasst eine umfassende Einführung in die Praxis der Anwalttätigkeit. Die Teilnehmergebühren sind aufgrund großzügiger Unterstützung von Sponsoren, insbesondere der Hans Soldan Stiftung relativ niedrig. Die Teilnahmegebühr beträgt pro Modul 153,39,- Euro. Bei Buchung des gesamten Kompaktkurses und                 Einzahlung der Kursgebühr bis zum 30. September des dem Kurs vorangehenden Jahres, ermäßigt sich die Kursgebühr auf 511,29,- Euro.

Geeignete Kurse bietet selbstredend auch die Deutsche AnwaltAkademie an. Sie sind indessen relativ teuer:

www.anwaltakademie.de.

Einführungsveranstaltungen und vielfältige Hilfen bietet insbesondere das Forum Junge Anwaltschaft im Deutschen Anwaltverein:

www.forum-anwaltschaft.de

 

Nicht zu vernachlässigen sind die meist recht erschwinglichen Kursangebote der örtlichen Anwaltskammern. Sicher kein Fehler ist die Investition in einen Kurses zum anwaltlichen Gebührenrecht. Die örtlichen Anwaltskammern sind über das Portal der Bundesrechtsanwaltskammer leicht zugänglich:

 www.brak.de

 Die Site der Bundesrechtsanwaltskammer bietet ohnehin vielfältige Informationen, etwa auch zu Fragen der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Dies gilt in gleicher Weise auch für das Informationsangebot des Deutschen Anwaltsvereins, mit Links zu allen örtlichen Untergliederungen:

 www.anwaltverein.de,

 Ein Beispiel für ein regionales Kursangebot bietet etwa das Seminarangebot der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf:

 www.rak-ddorf.de/seminarwesen/index.html.

III. Spezielle Informationsangebote für anwaltliche Existenzgründer

1. Kanzleigründung

 Eine kurzes Schema zur Kanzleigründung bietet:

 www.forum-anwaltschaft.de/bund/info/founder.html.

 Ausgreifender ist der interessante Leitfaden für eine anwaltliche Existenzgründung der Unternehmensberatung Schnee-Gronauer & Partner, Hannover (www.sgup.de/index-2.htm), unter

 www.juracafe.de/kanzlei/gruendung/leitfadendruck.htm.

 Lesenswert ist weiterhin die kurze, aber interessante Darstellung von Ilona Cosack, Kanzleigründungen - Auf festem Fundament, unter:

 www.legamedia.net/legamall/2001/01-10/0110_cosack_ilona_kanzleigruendung.php?sess=1015960501d565e9ca127e4a0803d4ff80183c5b8f10159605013c8e53b543191.

 Auch der C.H.Beck-Verlag bietet übersichtliche Informationen für den Berufsstart:

http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?site=beckliste.

 Umfassende Informationsangebote finden sich auch bei der Soldan - GmbH:

 http://www.marktplatz-recht.de/seiten/kanzleigruender/pm.html.

 Eine Übersicht zu Fragen der Kanzleigründung des Berufsstart mit vielen Facetten stellt JUMAG unter bereit:

 www.jumag.de/ju3500.htm.

2. Gründungsberatung

Gründungsberatung sollte nach Möglichkeit in Anspruch genommen werden, um betriebswirtschaftliche Defizite auszugleichen. Zu nennen sind zunächst einmal die Beratungsleistungen der Rechtsanwaltskammern, die durch die Geschäftsführer erfolgt. Teilberatungen erfolgen auch durch Gründungsnetzwerke und Ämter für Wirtschaftsförderung. Es besteht allerdings auch die Möglichkeit professionelle Gründungsberatung durch wirtschaftsrechtlich ausgerichtete Kanzleien oder Unternehmensberatungen in Anspruch zu nehmen. Derartige Beratungen können bei Inanspruchnahme öffentlicher Fördergelder im Regelfall bis zur Höhe von E 2.500,- gefördert werden. Das Beratungsangebot ist wenig transparent, so dass einige wenige Hinweise genügen müssen. Es wurden nur Links berücksichtigt, die auch über ein aussagekräftiges Informationsangebot im WWW verfügen.

Interessante, betriebwirtschaftliche verwertbare Informationen bietet die ABC-Anwaltsberatung unter:

www.abc-anwaltsberatung.de/kanzlei.html.

 Ein außergewöhnliches Beratungsmodell findet sich unter

 http://www.legalite.de

 Die Legalitè - Anwaltsberatung in Bochum bietet eine umfassende Gründungsberatung nebst Begleitung der Kanzleientwicklung gegen Gewinnbeteiligung. Ein durchaus interessantes Modell, das noch recht selten anzutreffen ist, aber wohl überlegt sein will.

 Umfassende Beratungsangebote aus dem Hause der Soldan-Stiftung bietet Advoconsult, erreichbar unter:

 www.marktplatz-recht.de/seiten/anwaltsmanagement/beratung/advoconsult02.html.

3. Berufshaftpflichtversicherung

 Eine der wichtigsten Voraussetzungen der Zulassung des Volljuristen zur Rechtsanwaltschaft ist der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung, die mindestens Schäden bis zur Höhe von Euro 250.000 pro Haftungsfall abdecken muss. Der Nachweis einer vorläufigen Deckungszusage reicht zunächst aus. Der Abschluss einer höheren Versicherungssumme ist angesichts der möglichen Schäden sinnvoll. Es gibt zahlreiche Anbieter solcher Versicherungen, so dass der Existenzgründer auch hier die Qual der Wahl hat. Erste Informationen bieten:

 

www.juracafe.de/kanzlei/infos/berufshaft.htm

www.marktplatz-recht.de/seiten/jungeanwaelte/versicherung.html

www.afb-versicherungen.de

 

IV.  Finanzierung und Venture-Kapital im Netz

Die Finanzierungsangebote sind vielfältig. Informationen für Existenzgründer finden sich inzwischen im Internetinformationsangebot fast aller Banken und Kreditinstitute. Stellvertretend für viele sei hingewiesen auf:

www.sparkasse.de/firmenkunden/existenzgruendung.

mit Links zu allen örtlichen Untergliederungen. Wer sich als Existenzgründer selbständig macht, kann angesichts der Möglichkeiten der „Kreditveredelung“ in Erwägung ziehen, öffentliche Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Ob dies sinnvoll ist und ob der Aufwand nicht den Nutzen übersteigt, muss jeder für sich entscheiden. Die Entscheidung über die Vergabe kann sich hinziehen. Die Bandbreite der öffentlichen Fördermittel ist wenig transparent und sehr unübersichtlich. Eine gute Übersicht über die einzelnen Fördermittel bietet etwa die Broschüre unter:

www.duesseldorf.de/wirtschaftsfoerderung/pdf/existenzgruendungsfibel.pdf.

 Die Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel führt zur erheblichen Verbilligung der Kredite. Sie können aus unterschiedlichen „Töpfen“ bezogen werden. Die bekanntesten Möglichkeiten einschließlich eines umfassenden Beratungsangebotes bietet die Deutsche Ausgleichsbank, die derzeit auf die Kreditanstalt für Wiederaufbau verschmolzen wird, unter:

 www.dta.de.

 

Insbesondere das DtA-Startgeld ist  für Existenzgründer recht interessant. Daneben bestehen vielfältige Möglichkeiten der Förderung auf Landesebene, die über die bereits genannten Gründernetzwerke erschlossen werden können. In bestimmten Fällen - so insbesondere für die Existenzgründung durch Frauen - bestehen auch kommunale Förderungsmöglichkeiten. Nähere Erkundungen sind im Vorfeld der Erstellung eines Business-Plans unumgänglich.

V. Software für Rechtsanwälte

Eine Rechtsanwaltskanzlei kommt in aller Regel mit der Nutzung des gängigen Microsoft Office (oder der Corel-Suite) nicht aus. Um die anwaltliche Datenverarbeitung zu optimieren, gibt es zahlreiche Anwaltsprogramme. Fast alle haben die Eigenschaft, das sie die Installation von Microsoft - Office voraussetzen und darauf aufbauen. Wer sich hier entscheiden muss, steht vor der Qual der Wahl. Eine gute Übersicht über die gängigen Programme findet sich zunächst einmal unter:

 www.legamedia.net/legamall/anwaltsoftware/anwaltsoftware.php.

 Gebündelte Informationen zu fast allen Anbietern bietet auch die ABC-Anwaltsberatung:

 

www.anwaltsspezifische-edv.de

www.anwaltsspezifische-edv.de/linkliste.html.

VI. Informationsaustausch für Rechtsanwälte

Gerade bei der Anwaltstätigkeit ist der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen wichtig und für die eigene Problemlösung oft erhellend. Hinzu kommt die gegenseitige Unterstützung bei der Nutzung von Rechtsprechung und Literatur über den „kollegialen Faxdienst“ nach Suchmeldung auf den einschlägigen Mailinglisten. Dazu bieten sich zunächst kostenlose Mailinglisten an, von denen nachfolgend drei vorgestellt werden:

- Die größte deutsche Anwaltsliste wird von der Rechtsanwaltskammer Hamburg (www.rechtsanwaltskammerhamburg.de) gesponsert. Die Mitgliederzahl ist groß und entsprechend hoch ist das Mailaufkommen. Es kann durchaus einige hundert Postings pro Tag erreichen. Diese interessante Liste ist unter folgender URL erreichbar:

 www.anwalt-liste.de.

 

Eine Liste nur für Mitglieder (bis 40 Jahre) bietet das Forum Junge Anwaltschaft im DAV zur gegenseitigen Unterstützung jüngerer Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte an unter:

 

www.forum-anwaltschaft.de/bund/service/mailing.php.

Keine reine Anwaltsliste, aber eine der interessantesten juristischen Mailinglisten im deutschen Netz stellt Vorsitzender Richter am VG Meinungen Thomas Michel - ergänzend auch zum öffentlichen Recht - zur Verfügung unter:

 www.tmichel.de/jura/jura.html.

Interessante Diskussionsforen finden sich unter

http://www.forumrecht.de.